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Bis 24. August - Claudiushaus-Künstler stellen Kunstwerke in Magdeburger Lukasklause aus
Flächige Formen, Porträts, Blumen oder prächtige Landschaften: Die Werke von elf Claudiushaus-Künstlern sind ab sofort und bis 24. August in der Magdeburger Lukasklause zu sehen.
Für die Ausstellung wurden mit Unterstützung der dortigen Otto-von-Guericke-Gesellschaft 50 Bilder in unterschiedlichen Größen und mit ebenso unterschiedlichen Motiven gerahmt und an Schautafeln aufgehängt. Weitere 50 Motive können beim Durchblättern einer Mappe angeschaut werden. Kreative Wiege ist der Kreativkurs „Malen und Zeichnen“, der in der Matthias-Claudius-Haus-Stiftung seit 2004 als arbeitsgleitende Maßnahme am Standort Pfefferbach angeboten wird.
Die Ausstellung in der Lukasklause ist nach dem Amtsgericht Oschersleben und der Kleinen Galerie in Druxberge der dritte Präsentationsort, den die Beschäftigten und ihr Kursleiter Horst Karberg mit künstlerischem Leben füllen. Die Ausstellung kann noch bis 24. August zu den Öffnungszeiten der Lukasklause besucht werden. Dass die vielen schönen Kunstwerke überhaupt in den repräsentativen Räumen am Magdeburger Schleinufer einen Platz gefunden haben, ist vor allem Syliva Bage und ihrer Familie aus Seehausen zu verdanken. Ihr Sohn Raimund (33, Foto) gehört zu den Eifrigsten im Kreativkurs. „Er stellt in seinen Bildern seine Gefühle und Gedanken dar“, sagt sie. „Es ist ein Stück Persönlichkeitsentwicklung.“
Letztere ist auch Horst Karberg sehr wichtig. Der in Magdeburg geborene, ehemalige Kunstlehrer kommt einmal in der Woche für zwei Stunden mit seinen Schützlingen zusammen. „Ich will keine Künstler kreieren“, sagte der 72-Jährige, der in Druxberge lebt. „Sie sollen sich vielmehr mit ihrer Umwelt auseinandersetzen und sie darstellen können. Auf ihre ganz eigenen Arten und Weisen.“ Karberg geht es auch nicht darum, ob Stift und Pinsel richtig gehalten werden oder der Stil passt - es geht um schlichte Kreativität. Dass er Menschen mit Behinderungen um sich herum hat, hat er über all die Jahre längst vergessen. „Ich bin medizinisch nicht interessiert, wenn sie so wollen“, sagt er mit einem kleinen Schmunzeln. „Ich will, dass sie alle eigene Künstler sind und sich entfalten.“
Arbeitsbegleitende Maßnahmen wie diese werden vom Kostenträger finanziert - allerdings nur eine pro Beschäftigten. „Wer nicht im Kreativkurs ist, der spielt Fußball oder schwimmt“, erklärt Doreen Schnee, Werkstattleiterin am Pfefferbach. Sie betont, dass es sich hier keinesfalls um therapeutische Maßnahmen handelt. „Hier geht es um die einzelnen Persönlichkeiten und deren Entwicklung. Und natürlich um den Gemeinschaftssinn.“ Umso bedauerlicher, dass die Beschäftigten sich immer für ein Angebot entscheiden müssen. Alle beteiligten
Claudiushaus-Künstler im Überblick:
Raimund Bage, Jana Heidecke, Andreas Hampel, Markus Theuerkauf, Jennifer Weber, Stefanie Süß, Kathrin Rose, Horst Wedler, Rosemarie Jordan, Jan Hölterhoff und Sandra Körtge.
11.08.2013