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Gruppenleiter Dieter Rehwald nimmt nach 21 Jahren seinen Hut

Dieter Rehwald bekam zur Verabschiedung auch Blumen
Dieter Rehwald bekam zur Verabschiedung auch Blumen

Dieter hat Tschüss gesagt. Am vergangenen Donnerstag nahm der langjährige Gruppenleiter in der Schlosserei am Werkstattstandort Neubrandslebener Weg seinen Hut. 21 Jahre arbeitete er in der Oscherslebener Matthias- Claudius-Haus-Stiftung und gehörte damit praktisch zum „Inventar“.

Doch der Abschied von Dieter Rehwald (Foto rechts) war kein gewöhnlicher. „Bei dieser Verabschiedung habe ich das erste Mal wirklich das Gefühl, dass jetzt ein Generationswechsel in der Stiftung beginnt“, brachte es Geschäftsführer Michael Lange auf den Punkt. „Ich glaube, jetzt beginnt das Bröckeln einer Ära.“

Dieter Rehwald scheidet nach mehr als zwei Jahrzehnten nicht nur aus dem aktiven Berufsleben aus, er „nabelt“ sich auch von dem Gelände als solches ab. „Am 1. Februar hätte ich genau 42 Jahre hier gearbeitet“, sagt der Oscherslebener. Diese lange Zeit - immerhin fast ein halbes Jahrhundert - rührt von seiner zivilen Anstellung bei der NVA, die dieses Gelände zu DDR-Zeiten nutzte. Als das Areal als Standort für eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) ausgewählt wurde, fand auch Dieter Rehwald einen Job. Die Anfangszeiten der Werkstatt prägte der gelernte Heizungsinstallateur maßgeblich mit. Er verhinderte, dass die Maschinen nach der Wende abgebaut wurden und legte so den Grundstein für die werkstatteigene Schlosserei. Auch erste Kundenkontakte gehen auf sein Konto - und viele davon sind noch immer Stammkunden der Werkstatt.

Ein Umstand, auf den der etwas mürrisch wirkende, aber herzensgute Mann sicher stolz ist - auch wenn er das nicht so zeigen kann. Selbst bei seiner offiziellen Verabschiedung mit etwa 40 Kollegen war er um Bescheidenheit bemüht. „Ich bin kein Freund der großen Worte, aber ich wünsche vor allem immer pralle Auftragsbücher“, so der 62-Jährige in seinem Grußwort an die Kollegen. Den sprichwörtlichen Staffelstab gibt er übrigens an Steffen Kosub (Foto links) weiter, der fortan in der Schlosserei als Gruppenleiter arbeiten wird. Für seine freie Zeit hat Dieter Rehwald noch keine konkreten Pläne. Zusammen mit seiner gleichaltrigen Ehefrau, die noch voll im Berufsleben steht, will er aber bald Urlaub machen. Und fürs Enkelkind bleibt jetzt auch mehr Zeit. „Ich werde mich schon beschäftigen“, sagt er und lächelt entspannt.

30.01.2012