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Sommerfest der Werkstätten - Stiftung zeichnet besondere Jubilare aus

Wäre das diesjährige Sommerfest der Werkstätten der Matthias-Claudius-Haus-Stiftung Oschersleben eine Fernsehsendung gewesen, hätten die Zuschauerinnen und Zuschauer in der oberen Ecke des Bildschirms den Hinweis „Unterstützt durch Produktplatzierungen“ gelesen. Denn beim alljährlich veranstalteten Fest am Standort „Neubrandslebener Weg“ drehte sich am 20. August alles um Werbespots. Unter dem Motto „Erstmal die Reklame“ gab es auf der Bühne und im Zuschauerraum Werbeblöcke am laufenden Band, die in bekannter Sommerfest-Manier bunt kostümiert und mit einem Augenzwinkern zum Besten gegeben wurden. Sie lockerten die Ehrungen der Werkstatt-Jubilare auf – und die war in diesem Jahr etwas ganz Besonderes. Werkstattleiter Dirk Belling übergab zum ersten Mal Urkunden und Geschenke an Beschäftigte der ersten Stunde. Die 19 Männer und Frauen sind seit 35 Jahren ein Teil der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) der Matthias-Claudius-Haus-Stiftung. Weitere 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden für 30, 25, 20, 15, 10 und 5 Jahre Werkstattzugehörigkeit ausgezeichnet. Insgesamt leben und arbeiten rund 350 Menschen mit Beeinträchtigungen in den Wohn- und Arbeitsstätten der Stiftung. Das erste Werkstattfest gab es 1992.

Fernsehteam der ARD dreht bei Sommerfest

Das Sommerfest der Werkstätten wurde von einem dreiköpfigen Fernsehteam des ARD-Hauptstadtstudios in Berlin begleitet. Die Journalistin Melanie Marx und ihr Team fingen Eindrücke ein und führten ein Interview mit Geschäftsführerin Doreen Schnee. Hintergrund ist die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am kommenden Sonntag. Mit Blick auf das Umfragehoch der AfD und deren Wahlprogramm flossen die gedrehten Szenen und das Statement in das ARD-Sommerinterview mit dem AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla ein, das am 23. August ausgestrahlt wurde und nun in der Mediathek zu finden ist. Dabei beantworteten mehrere Akteure aus den Bereichen Bildung und Soziales in Sachsen-Anhalt die Frage, welche Auswirkungen eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt hätte und welche Ängste sie haben. Auch das Thema Inklusion will die AfD angehen und empfindlich aufweichen bzw. umstrukturieren. „Meine Sorgen sind die, dass Menschen mit Behinderungen wieder an den Rand der Gesellschaft gedrückt werden, wo sie schon einmal waren und wo wir uns ja gerade rausentwickeln wollen“, sagte Claudiushaus-Geschäftsführerin Doreen Schnee im ARD-Interview.

01.09.2026