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Förderbereich

Gezielt fördern heißt ...
... Bedingungen schaffen, Erfahrungen ermöglichen, Persönlichkeiten formen. Im Förderbereich des Matthias-Claudius-Hauses werden Menschen mit einer Mehrfachbehinderung betreut. Sie sind nicht, oder noch nicht, den Anforderungen in den Arbeitsbereichen der Werkstatt gewachsen. Betreuer, Therapeuten und Eltern verfolgen gemeinsam das Ziel, die Begabungen und Potenziale der Teilnehmer zu entdecken, zu steigern und zu erweitern.

Arbeit und Beschäftigung

Kreativität statt Langeweile - vom Fantasiekerzen, Filztieren und Gemüse aus dem eigenen Garten

Förderbereich des Matthias-Claudius-Hauses

Im Mittelpunkt der Betreuung im Förderbereich stehen die arbeitstherapeutischen Angebote. Eintönigkeit und Langeweile gibt es nicht, stattdessen bestimmen Kreativität und der Spaß am Gestalten den Tag. Gearbeitet wird in kleinen Gruppen oder in Einzeltherapie. Dafür gibt es drei große Arbeitsräume. Weil jeder Teilnehmer jeden Tag anders ist, werden sowohl die Arbeitsaufgaben als auch die individuellen Hilfsmittel den Tagesformen angepasst. Frei nach dem Motto: Alles kann, nichts muss. Nur so erreichen die Mitarbeiter im Förderbereich das Ziel, aus den Teilnehmern selbstbewusste und charakterstarke Persönlichkeiten zu machen.

Die Natur arbeitet mit

In der Arbeits- und Beschäftigungstherapie des Förderbereichs wird gern mit natürlichen Materialien gearbeitet. Welche sind das und was entsteht aus ihnen?

HOLZ - wird gesägt, geschliffen, bemalt und geklebt. Kaum ein anderer Werkstoff fördert so vielseitig die Fähigkeiten der Teilnehmer.

WACHS - wird eingeschmolzen und neu geformt. Durch unterschiedliche Techniken und der Fantasie der Teilnehmer entstehen aus Wachsresten neue Kerzen - nicht nur in der Advents- und Weihnachtszeit.

FILZ, WOLLE, STOFF & Co. - werden geflochten, gewebt, gerissen und geknotet. Im Umgang mit diesen Materialien, zu denen auch das flexible Peddigrohr gehört, gibt es schnell sichtbare Erfolge. Sie steigern den Ehrgeiz der Teilnehmer und ermutigen sie, Schritt für Schritt den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen.

GARTENARBEIT - wird in der warmen Jahreszeit groß geschrieben. Die Bewegung an der frischen Luft wirkt sich ausgleichend und wohltuend auf die Teilnehmer aus. Da wird Gemüse vom speziellen Rolli-Hochbeet geerntet und Obst aus eigenem Anbau zu Marmelade, Sirup und Gelee verarbeitet.

TIPP ZUM SCHLUSS - Alle Artikel, die in der Arbeitstherapie entstehen, können bei hausinternen Märkten und Veranstaltungen gekauft werden. Liebevoll, kreativ, bunt und lebensfroh!

Begleitende Maßnahmen

Fördern bedeutet Spaß am Leben

ReittherapieSchwimmen, reiten, verreisen: Im Förderbereich hält jeden Tag die Lebensfreude Einzug. Begleitende Maßnahmen bringen Aktivität in den Tag und gestalten ihn abwechslungsreich. Auf dem Plan stehen beispielsweise therapeutisches Reiten, Spaziergänge in die nahe gelegene Natur, Schwimmen oder Ausflüge. Alle Optionen für die Freizeitgestaltung im Förderbereich gelten für vierköpfige Kleingruppen. Die Betreuer helfen und sorgen dafür, dass die meist mehrfach Schwerstbehinderten im Alltag mobilisiert werden und Spaß am Leben haben.

Lebenspraxis im Alltag

Menschen mit Behinderung bewältigen die kleinen und großen Herausforderungen des Alltags nur mit viel Hilfe. Dinge wie essen, trinken, an- und ausziehen, sich waschen, Zähne putzen und auf die Toilette gehen gelingen nur mit Unterstützung. Auch das ist eine Form von Förderung, die von den Betreuern im Matthias-Claudius-Haus geleistet wird. Mit viel Feingefühl und Geduld wird gemeinsam mit den Teilnehmern im Förderbereich beispielsweise der Tisch gedeckt, gekocht und gebacken. Durch die sich täglich wiederholenden, identischen Abläufe erlangt jeder Teilnehmer jeden Tag ein kleines Stück mehr Selbstständigkeit – um in seinem eigenen Alltag zu bestehen.

Das Rollibeet
Der Morgenkreis
Die Maltherapie

Gegen Stress und innere Unruhe hilft es, die Sinne anzuregen. Licht, Musik, Gerüche und pure Stille helfen, Spannungen abzubauen. Im Förderbereich stehen dafür ein Snoezelraum und ein Aromabad zur Verfügung. Durch eine gezielt eingesetzte Reizung der Sinne stellt sich ein Gefühl der Geborgenheit ein. Zusätzlich bietet jeder Gruppenraum verschiedene Möglichkeiten, sich zurückzuziehen und zu entspannen.

Der Tag beginnt mit einem Ritual - der Morgenkreis

Jeder Tag beginnt im Förderbereich des Matthias-Claudius-Hauses mit einem lieb gewordenen Ritual – dem Morgenkreis. Gemeinsam beginnen alle den Tag, pflegen die Zusammengehörigkeit und stärken den Gemeinschaftssinn. Der Morgenkreis wird auf die Jahreszeit abgestimmt. Ganz gezielt werden durch die Stimulierung der fünf Sinne Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen und Hören die Konzentration, die Orientierung und die Wahrnehmung gefördert.

Hauptsache frische Luft - der Außenbereich

Der Förderbereich des Matthias-Claudius-Hauses verfügt über einen großzügigen Außenbereich mit Terrasse, Schaukel, Weidentippi, Sandkasten und einem speziellen Hochbeet. Alles ist barrierefrei und damit rollstuhlgerecht angelegt. Die grüne Oase in geschützter Lage macht ein direktes Erleben der Natur möglich und sorgt für Erholung und Entspannung an der frischen Luft. Sehr gern werden im Garten des Förderbereichs Feste gefeiert.