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Sandra Tympel: Begleitender Dienst ist „Türöffner“ für Werkstatt
Das Team des Begleitenden Dienstes der Matthias-Claudius-Haus-Stiftung besteht aus drei Personen - alles Experten in der Sozialarbeit. Sie fördern die berufliche und soziale Rehabilitation der Beschäftigten und die Entwicklung ihrer individuellen Fähigkeiten. Sandra Tympel (Foto) ist die Jüngste im Team. Sie sagt: „Wir sind die Türöffner.“
Es ist Feierabend am Werkstattstandort Pfefferbach. Die Kleinbusse warten bereits auf die Beschäftigten, um sie nach Hause zu fahren. Sandra Tympel steht an der Tür und verabschiedet den einen oder anderen persönlich. Hier ein kurzer Abschiedsgruß, da ein kleines Gespräch. Die 27-Jährige ist am Pfefferbach die Ansprechpartnerin für alle Fälle, so etwas wie die gute Seele. An der Tür zu ihrem Büro steht „Begleitender Dienst“. Wie ist das mit der „Begleitung“ zu verstehen? Sandra Tympel erklärt. „Wir sind den Beschäftigten über die gesamte Zeit ein zuverlässiger Ansprechpartner. Kommen Interessenten für eine Neuaufnahme zu uns, dann sprechen meine Kollegen und ich mit dem Interessenten und der Familie. Wir sind so etwas wie der Türöffner.“
Doch das ist längst nicht alles. Jeder der aktuell 111 Beschäftigten mit Behinderungen am Pfefferbach kann mit Problemen, Fragen und Ideen jederzeit zu Sandra Tympel kommen. Und das tun sie auch. „Ich helfe beim Papierkram mit Behörden und Ämtern, gebe Tipps und stelle mich den sozialrechtlichen Fragen, die rund um die Arbeit in der Werkstatt anfallen.“ Sie betreibt Krisenintervention, arbeitet mit dem externen, psychologischen Dienst zusammen und steht den Gruppenleitern und der Werkstattleitung mit fachlicher Beratung zur Seite. „Alles dreht sich um Kommunikation“, sagt die Magdeburgerin, die dort Soziale Arbeit studiert hat und derzeit parallel ein Aufbaustudium absolviert. „Gespräche ziehen sich durch meinen ganzen Tag und das ist das Tolle an meiner Arbeit. Sie ist jeden Tag anders, nie stereotyp.“
Ein wichtiger Punkt ist die Erarbeitung individueller Entwicklungsberichte. Alle zwei Jahre werden sie für alle Beschäftigten erstellt bzw. erneuert, die ihre berufliche Bildung beendet haben und jetzt in den Arbeitsbereichen tätig sind. „In den Berichten werden Handlungs- und Schwerpunktziele festgelegt“, erklärt die 27-Jährige. Denn: „Nicht jeder kann alles machen und meine Aufgabe ist es, diese Leistungsgrenzen mit auszuloten.“ Zusammen mit dem Gruppenleiter und dem Beschäftigten selbst werden Gespräche geführt - ganz wichtig, um die passenden Methoden und Maßnahmen für jeden Einzelnen zu finden. Sandra Tympel hat im weiteren Verlauf auch ein Auge darauf, dass alles entsprechend umgesetzt wird. „Stoßen wir an Grenzen oder sind Änderungen notwendig, reagieren wir gemeinsam.“
Und wenn sie nicht gerade einem Beschäftigten hilft oder zuhört, Förderzielpläne erstellt oder mit Kostenträgern telefoniert, schwirrt sie in den Werkstattbereichen umher. „Es ist sehr wichtig, dass ich direkt den Kontakt zu den Kollegen suche“, sagt Sandra Tympel. „Sie können einem sagen, wo der Schuh drückt und wir können gleich gemeinsam erste Lösungsansätze erarbeiten.“ Sandra Tympel, die ledig ist und keine Kinder hat, geht in ihrer Arbeit auf. Auf den Austausch mit den beiden Kollegen im Neubrandslebener Weg legt sie großen Wert. „Wir sind eben ein Team“, sagt sie.
10.02.2012